Trauer um Karin Stief-Kreihe

Mitte der siebziger Jahre kam aus dem fernen Berlin eine junge Frau nach Meppen, um ihr Lehramtsstudium an den berufsbildenden Schulen zu vollenden. Diese junge Frau war Karin Stief-Kreihe und wie sie selbst erzählte, hatte sie anfangs keineswegs die Absicht, nach Beendigung ihres Referendariats länger im Emsland zu bleiben.

Zum Glück für uns alle kam es ganz anders. Karin fand ihren Lebenspartner Friedel, gründete eine Familie und machte Meppen zu ihrem Zuhause.

Als überzeugte Sozialdemokratin knüpfte sie auch schnell Kontakt zu den Genossinnen und Genossen in ihrem neuen Ortsverein und die erkannten umgehend, dass Karin Qualitäten mitbrachte, die für die politische Arbeit von großem Wert waren.

Karin übernahm Verantwortung in zahlreichen Funktionen, zunächst als Ortsvereinsvorsitzende und Ratsfrau in Meppen, als Abgeordnete im emsländischen Kreistag und schließlich als Landtagsabgeordnete. Zwei Jahrzehnte lenkte sie mit großem Engagement als Vorsitzende die Geschicke des SPD Kreisverbandes und bis zuletzt war sie unumstrittene Vorsitzende der SPD Kreistagsfraktion.

Unvergessen sind auch ihre Aktivitäten als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Karin motivierte und förderte im ganzen Emsland Frauen und gab selbst das beste Beispiel, dass Frauen kenntnisreich und kompetent in allen Bereichen Führungsaufgaben übernehmen können.

Karins Interesse galt immer den Menschen und sie hatte ein feines Gespür für deren Sorgen und Nöte. Besonders denjenigen zu helfen, die nicht über große Fürsprecher verfügten, war für Karin selbstverständlich.

Aber sie hatte auch Sinn für das Schöne und die Förderung der Kultur und Kunst im Emsland war ihr ein besonderes Anliegen.

Karin hat sich hohe Achtung und Respekt, große Sympathie und viele Freunde erworben. Auch nach ihrer schweren Erkrankung hat sie es sich nicht nehmen lassen, ihre Arbeit fortzusetzen getreu ihrer Devise „Ich mische mich gerne ein, statt nur von außen zuzusehen“. Mit Disziplin und Verantwortungsbewusstsein hat sie zu überzeugen gewusst und ist dabei immer sie selbst geblieben, eine humorvolle, einfühlsame Partnerin und Freundin und ihr Tod ist ein schmerzhafter Verlust.

Karins Aufgaben werden Andere übernehmen, Karin zu ersetzen vermag niemand.

Du wirst unvergessen sein.